Vorteile des durchgängigen
Behandlungsansatzes

Momentan durchlaufen Patienten während einer schweren Erkrankung viele hochspezialisierte Abteilungen, die untereinander kaum vernetzt sind. Hierbei kann es zum Informationsverlust kommen. Im Rahmen des ERIC-Projektes werden Patienten bereits mit Beginn Ihres Intensivaufenthalts von einem Ärzte- und Pflegeteam aus der Charité konsiliarisch mitbetreut. Dieses Team verfolgt die Genesung des Patienten über die Sektorengrenzen hinweg weiter bis zum Hausarzt. Dadurch kann eine Vernetzung der hausärztlichen Versorgung mit den behandelnden Intensivmedizinern erfolgen und für den Patienten das bestmögliche Behandlungsergebnis erzielt werden.

Intensivstation

Während des Aufenthalts auf der Intensivstation findet neben der Visite durch das Behandlungsteam vor Ort eine telemedizinische Visite durch erfahrene Intensivmediziner und Pflegekräfte der Charité statt. Der Fokus der telemedizinischen Visite liegt dabei auf der Umsetzung von Qualitätskriterien der Intensivmedizin. Bei speziellen intensivmedizinischen Fragestellungen kann das Team der Charité auch beratend tätig werden. Hierdurch können in Einzelfällen Verlegungen vermieden werden und die Patienten weiterhin näher bei Ihren Angehörigen betreut werden.

Hausarzt

Der Hausarzt übernimmt wie bisher die Weiterbehandlung nach der intensivmedizinischen Therapie. Bei Rückfragen zum Behandlungsverlauf stehen ihm erfahrene Intensivmediziner telemedizinisch zur Seite. Die Kontaktaufnahme kann unkompliziert telefonisch oder auch im Rahmen eines Videoanrufs erfolgen.

Nachsorge

Patienten die am ERIC Projekt teilnehmen, werden nach drei und sechs Monaten zu einem Nachsorgetermin eingeladen. Diese Nachsorge kann durch den Hausarzt geleistet werden. Hierbei werden anhand eines Anamnesegesprächs und einer kurzen Untersuchung eventuelle Langzeitfolgen der Intensivbehandlung ermittelt. Sollte es zu einer Folgeerkrankung nach einem Intensivaufenthalt, dem sogenanntem PICS (post intensive care syndrome), gekommen sein, wird gemeinsam in einem Team aus Intensivmedizinern, Psychologen und in der Rehabilitation erfahrenen Ärzten ein Konzept erstellt, um das vorhandene Rehabilitationspotential voll auszuschöpfen.

Unter dem Begriff eHealth, werden Gesundheitsleistungen, unter Einbeziehung von Informations- und Kommunikationstechnologien verstanden. Dies bietet die Möglichkeit, geographische und zeitliche Distanzen zu überwinden und den Vorteil, dass die Beteiligten sich bei der Nutzung von audiovisueller Kommunikation während eines Gespräches sehen können. Für den Arzt ist dies von Vorteil, da er den Patienten sehen kann und nicht auf rein verbale Beschreibungen am Telefon angewiesen ist.

Technologien bieten heute die Möglichkeit, große Datenmengen zu verschicken und zu speichern. Dadurch wird ein gemeinsamer ortsunabhängiger Zugriff auf Behandlungsdaten für alle am Behandlungsprozess Beteiligten möglich. eHealth bedient sich dabei verschiedener digitaler Anwendungen, zu denen breit gefasst gehören:

  • Telemedizin
  • Medizinische Fernberatung (Telekonsil)
  • Die elektronische Fallakte
  • Smartphone Applikationen (Apps)

(vgl. Arak und Wójcik 2017)

Bedeutsam für eHealth ist die Nutzung von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verbesserung der Patientenversorgung und Steigerung der Effektivität und Effizienz im Versorgungsprozess (vgl. Brauns und Loos 2015).

Ziel der Televisite im Rahmen von ERIC ist die Verbesserung der Patientenversorgung und die Vermeidung von Langzeitfolgen einer intensivmedizinischen Therapie. Im Rahmen telemedizinischer Anwendungen, können Partnerschaften verschiedener Intensivstationen von kleineren und größeren Krankenhäusern und der Universitätsmedizin entstehen. Intensivtherapeutisches Wissen kann per telemedizinischer Beratung in einer Teleintensivstation schnell erfragt und weitergegeben werden. Dabei kann die Teleintensivstation eine Anlaufstelle für alle Berufsgruppen im Behandlungsteam – Intensivmediziner, Intensivpflegende, Atmungstherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden – sein.

Ein Qualitätsindikator (QI) ist eine festgelegte Größe, die in der Intensivmedizin dazu dient, Veränderungen des Krankheitszustandes von In­tensivpatienten frühzeitig zu erkennen und die intensivmedizinische Therapie entsprechend an­zupassen. Dadurch kann die Lebensqualität von Intensivpatienten verbessert werden.

Von den zehn QI, die von der Deutschen Gesellschaft für Intensiv- und Not­fallmedizin (DIVI) im Jahr 2017 publiziert wurden, beziehen sich sieben direkt auf die medizinische Therapie. Festgelegt wurden die Überwachung der maschinellen Beatmung, das Vorgehen beim Beenden der Beatmung, wie wach ein Intensiv­patient sein soll damit er sich selber bewegen kann, die Ernährung im Rahmen eines individu­ellen Ernährungsplans, die Schmerzfreiheit und der Schlaf in der Nacht.

Die vollständige Liste der QI finden Sie hier

Die Behandlung und Betreuung auf einer Intensivstation erfolgt ganzjährig, 24 Stunden am Tag im Drei-Schicht-System durch ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Gesundheits- und Kran-kenpflegern, Atmungs- und Physiotherapeuten. Intensivstationen sind hochtechnisierte und hochspezialisierte Bereiche. Für die Behandlung wird eine Vielzahl an medizinischem Gerät zur Verabreichung von Medikamenten (z.B. über Spritzenpumpen und Infusionspumpen) und zur Überbrückung von Organdysfunktionen (maschinelle Beatmung, Dialyse u.a.) eingesetzt. Dies macht Intensivstationen gleichzeitig zu Hochrisikobereichen, in denen das Wissen von Spezialis-ten benötigt wird.

Falls Sie darüber hinaus Fragen an uns haben, melden Sie sich bitte unter: eric-info–at–charite.de

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Für medizinische Notfälle und Verlegungsanfragen steht Ihnen die ARDS-Hotline rund um die Uhr unter 030-450 551024 zur Verfügung. Für ERIC Anfragen wenden schreiben Sie eine Mail an ERIC-info–at–charite.de oder wenden Sie sich an 030 450 551088.